Spektakulärer Rettungseinsatz: Bergwacht rettet schwerstverletzten Gleitschirmflieger

Zu einem abgestürzten Gleitschirmflieger am Haidel in Obergrainet wurde die Bergwacht Passau/Dreisessel heute um 14.00 Uhr alarmiert.

Der Gleitschirmflieger hing schwerstverletzt in der Krone eines etwa 20 Meter hohen Baumes mit sehr dünnem Geäst. Der alarmierte Hubschrauber Christoph 15 war zuerst bei einem anderen Einsatz gebunden, Hubschrauber Europa 3 ohne Außenwinde aus Suben kam ersatzweise. Zur weiteren Unterstützung wurde im Verlauf die Bergwacht Hauzenberg/Waldkirchen durch den diensthabenden Bergwacht Einsatzleiter nachgefordert.

Da schnell klar war, dass das übliche und bayernweit standardisierte Rettungsverfahren der Bergwacht Bayern für Gleitschirmunfälle mittels Baumbergeset aufgrund der dünnen Äste nicht funktionieren würde, kam nur eine Rettung per Hubschrauber mit Außenrettungswinde in Frage. In der Zwischenzeit konnte sich der Hubschrauber Christoph 15 aus Straubing startklar machen, der vorherige Einsatz war beendet. Bereits in Windenkonfiguration angeflogen, nahm er einen Luftretter der Bergwacht Passau / Dreisessel auf, um eine sogenannte Kappbergung des Schwerstverletzten durchzuführen. Aufgrund starker Windböen am Haidel musste das für Besatzung und Luftretter gefährliche Manöver zwei Mal eingeleitet werden. Beim zweiten Versuch gelang es dem Luftretter an der Winde hängend, den Mann aus seiner Lage zu befreien.

Der Rettungshubschrauber flog zum Zwischenlandeplatz und übergab den Patienten an den BRK Rettungswagen aus Freyung zur Erstversorgung. Nach der Behandlung im Rettungswagen wurde der Patient in eine Klinik geflogen.

Die Bergwacht Passau/Dreisessel trainiert dieses standardisierte Kappbergeverfahren wie jede bayerische Bergwacht jährlich im weltweit einzigartigen Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht Bayern (BWZSA) in Bad Tölz, erklärt Bereitschaftsleiter Stefan Berger. Auch die Echtflugtrainings mit verschiedenen Flugmustern der Bundespolizei, ADAC (insbesondere mit dem Partner Christoph 15 aus Straubing), Landespolizei und Bundeswehr gehören dabei zu den Trainingsmaßnahmen der Bergwacht.  

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